Berichte

2. Landesliga, 4. Runde: St.Valentin - Freistadt/Wartberg 3:3

Samstag ,18.November 2022. Zur heutigen 4. Runde empfangen wir - derzeit Tabellendritte - die unmittelbar vor uns platzierten jungen Wilden der Spielgemeinschaft Freistadt/Wartberg.

Am Spitzenbrett führt unser Käpt`n Joachim, regierender Linzer Stadtmeister, die weißen Steine gegen einen brandgefährlichen Youngster: Nguyen Le Minh Phu ist amtierender Jugendstaatsmeister U14 sowohl in Standard- als auch in Schnell- und Blitz-Schach, und somit eines der hoffnungsvollsten österreichischen Talente! Damenindisch ist das heutige Thema und der Jungspund hat seine Hausaufgaben sehr brav gemacht. Er blitzt die ersten 15 Züge schier bedenkenlos runter. Joachim hingegen ist bald auf seine eigene Intuition angewiesen und kann diese  und seine momentane Prachtform einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellen. Er findet einen bereits von Ding Liren in selbiger Stellung gespielten Plan, der ein Bauernopfer beinhaltet und zu argen Verwicklungen führt.

Hier behält Joachim die bessere Übersicht, gleicht materiell aus und führt ein Endspiel Turm und Läuferpaar gegen Turm und Springerpaar in bestechender Manier zum Endsieg vom Feinsten!

An Brett 2 muss Klaus mit Schwarz einen ebenso gefährlichen Gegner bekämpfen, den erst 16 jährigen Glössl Sotar Alexander, der in aktuellen Jugendstaatsmeisterschaften stets Spitzenplätze belegen konnte.  Klaus begegnet dessen königsindisch-artiger Aufstellung mit einem Doppelfianchetto und hat bald - mit feinem Lavieren nebst Zentrumsvorstoss d5 - klaren Vorteil erspielt.

Und hier beginnt die Tragödie: Klaus verschmäht mehrmals klar vorteilhafte Fortsetzungen und verfolgt ehrgeizigere Pläne, nämlich des Gegners vermeintlich deplatzierte Dame zu fangen. Dies scheitert jedesmal an Winzigkeiten. Mit einer sich eher zufällig ergebenden prächtigen taktischen Wendung schnappt Alexander sich erst das eine sowie - nach dem forcierten Damentausch - noch ein zweites Bäuerlein. Es entsteht ein Doppelturmendspiel mit 2 Minusbauern, welches Klaus noch lange heroisch verteidigt, um letzlich zähneknirschend zu resignieren. Eine unglückliche Niederlage.

Am 3. Brett kann man wieder einmal Peters Ponziani bestaunen. Nach baldigem Damentausch kassiert Peter rasch einen (Doppel-)Bauern ein und kann die Partie - nach kleinen Unsicherheiten und bangen Momenten - glücklich zum Siege führen.

Am 4. Brett läuft - zugfahrplanbedingt leicht verspätet - unser lieber Gerald wieder einmal ein (was leider viel zu selten passiert). Gleich aus der Eröffnung entsteht ein wüster Schlagabtausch mit letzlich ungünstigem Verlauf für Schwarz: Gerald findet sich  in einem Turmendspiel mit phasenweise zwei Minusbauern wieder und schaffte es in sehr schlauer Weise mit raffinierten Winkelzügen doch noch in den Remishafen. Eine miraklöse Rettung!

Am 5 Brett scheint Natalie lange Zeit die Partie sicher im Griff zu haben, ein sehr bissiger Miesenberger Wolfgang überwältigt sie jedoch dann  im  Königsangriff. Was dazwischen geschehen ist entging meiner Aufmerksamkeit...

Möglicherweise war ja auch Natalies Aufmerksamkeit etwas abgelenkt, agierte doch schräg gegenüber ihr kleiner Joachim (übrigens in brillanter Weise siegreich!)

Am 6.Brett befetzen sich die beiden Jugendlichen, Danninger Simon und unser Martin, gar wüst und münden in einem äußerst unklaren, scharfen Turmendspiel. Zwar hat Martin am Damenflügel zwei Mehrbauern, sein Gegner dafür aber einen sehr fortgeschrittenen und gefährlichen Freibauern am Königsflügel. Bevor was Schlimmeres passiert einigt man sich auf Remis, womit auch das Mannschafts-Unentschieden besiegelt ist.

Zur selben Zeit am selben Ort spielten auch unsere Jungstars  gegen Spartakus Linz. Plöckinger Paul, Kim Thomas, Heimberger Markus und Stiefelbauer Joachim fuhren einen glänzenden und ungefährdeten 3:1 Sieg ein und katapultierten sich somit auf den 3.Platz in der Tabelle der 1.Klasse Ost!

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2. Landesliga, 3. Runde: Sternstein - St.Valentin 1,5:4,5

Die dritte Runde führte uns nach Bad Leonfelden, wo wir uns gegen den Schachverein Sternstein ein gutes Ergebnis erhofften. Das standardmäßige Spiellokal, der Leonfeldnerhof, stand unseren Gastgebern nicht zur Verfügung. Der Veranstaltungssaal im Kulturviertel bot aber ebenfalls sehr gute Spielbedingungen. Da gabs überhaupt nichts zu meckern.

Das Valentiner Grübeln auf den Spitzenbrettern
Das Valentiner Grübeln auf den Spitzenbrettern

Unsere Gegner mussten etwas geschwächt antreten, da ihr Youngster Mario Hofstadler gerade bei der Jugendeuropameisterschaft in der Türkei größeren Zielen nacheifert. Wir wiederum mussten Peter Kranzl ersetzen, der erst vor kurzem von der Senioren-Team-EM in Dresden zurückkehrte. Mit Alois Hellmayr hatten wir aber eine großartige "Reserve" gefunden. Wir spielten also mit Klaus Theuretzbacher (gegen Andreas Tauber), Alois Hellmayr (gegen Robert Ganglberger), Joachim Dornauer (gegen David Grünzweil), Hans Weilguni (gegen Gottfried Nimmervoll), Natalia Stiefelbauer (gegen Michael Schober) und Martin Koch (gegen Franz Hofer).

Der "Mister 100%" in unserem Team: Hans Weilguni
Der "Mister 100%" in unserem Team: Hans Weilguni

Der Wettkampf hätte für uns nicht besser beginnen können. Auf Brett 3 hatte David Grünzweil sich in der Eröffnung ein paar kleine Ungenauigkeiten geleistet. Nach der letzten war die Partie auch schon vorüber und die Verlängerung im getränkemäßig glänzend ausgestatteten Analyseraum angesagt - 1:0!

Nur wenig später gesellte sich dort Martin dazu. Er hatte am sechsten Brett in aller Kürze Vorteil erreichen können. Sein Gegner hatte eine empfindliche Bauernschwäche auf der halboffenen Zentrallinie zu verteidigen. Weil der nicht mehr die Zeit finden konnte, seinen König rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, zwangen ihn die großen Materialverluste zur raschen Aufgabe.

Alois Hellmayr ersetzte dieses Mal Peter Kranzl
Alois Hellmayr ersetzte dieses Mal Peter Kranzl

Hans hatte auf Brett 4 mit einer kleinen Kombination im Mittelspiel einen Mehrbauern eingesackt. Der Gegenangriff von Nimmervoll entpuppte sich als Strohfeuer. Hans hatte die Sache fest im Griff und in der Folge wenig Probleme, den Vorteil in einen vollen Punkt umzuwandeln.

Auf den anderen Brettern gestaltete sich derweil der Wettkampf deutlich zäher. Klaus kam aus der Eröffnung nicht besonders gut heraus. Er hatte zwar ein Läuferpaar, die Freude darüber hielt sich aber in Grenzen: Von der angestrebten Aktivität war vorerst nicht viel zu merken. Doch Andreas Tauber verlor seinen Optimismus, nachdem er seinen ursprünglichen Plan verwerfen musste. Seine Remisofferte nahm Klaus nach kurzem Überlegen an.

Auch Alois vermisste am zweiten Brett einen spürbaren Eröffnungsvorteil. Sein Gegner Robert Ganglberger konnte mit einigen aktiven Zügen rasch freies Spiel erreichen. Seine ersten konkreten Drohungen kombinierte der mit einem Remisangebot. Alois fiel die Entscheidung darüber, ob er die Partie fortsetzen soll oder nicht, merklich schwer. Schließlich nahm er das Angebot nach längerem Nachdenken an.

Natalia beim Neutralisieren der weißen Angriffsambitionen
Natalia beim Neutralisieren der weißen Angriffsambitionen

Sehr spannend gestaltete sich die Partie am fünften Brett, auf dem Natalia mit Schwarz spielte. Ihr Gegner Michael Schober versuchte, mit einem "standardmäßigen" Königsflügelangriff zum raschen Mattsieg zu kommen. Es gelang ihm aber nicht, entscheidend die Linien zu öffnen. Stattdessen opferte er mutig eine Qualität für einen Bauern. Die Stellung blieb unklar. Auch wenn der weiße Angriff merklich an Schwung verlor, musste Natalia noch ein paar Kunstgriffe vornehmen, um sich aus der etwas beengten Stellung zu befreien. Weil ihr das gut gelungen war, hätte sie sich vielleicht sogar gewisse Gewinnchancen in einer noch immer recht schwierig einzuschätzenden Position ausrechnen können. Wie dem auch sei, wenig später wiederholten die beiden jedoch die Züge und einigten sich nach einem turbulenten Partieverlauf auf einen Friedensschluss - auch da gabs ein Remis.

Die Partien wurden nach Beendigung gemeinsam von allen im bereits angesprochenen Analyseraum lebhaft und engagiert analysiert. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz. Alles in allem verbrachten wir einen sehr angenehmen Schachnachmittag mit unseren Schachfreunden aus dem Mühlviertel. Wir kommen gerne wieder!

Fazit

Das 4,5:1,5 brachte uns in der Tabelle wieder ein Stück weiter nach oben auf den zweiten Platz. Der Tabellenführer heißt Leonding. Der hatte sich diesen Sommer mit zahlreichen elo-schwergewichtigen Neuzugängen verstärkt und zeigte mit seinem hohen Sieg gegen den ASV Linz, wer der klare Favorit auf den Meistertitel ist.

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U10-Staatsmeisterschaft im Schnell- und Blitzschach: Noah Pleimer gewinnt zweimal, Stella Haslinger wird Zweite!

Von 28. bis 30.10.2022 fanden in Kärnten wieder große Jugendschachbewerbe statt: Die Jugend-Bundesländer-Mannschaftsmeisterschaft 2022 und die Staatsmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach im Einzel. Aus der Valentiner Nachwuchsgruppe waren Noah Pleimer und Stella Haslinger vertreten. Noah spielte alle drei Bewerbe, Stella die beiden Einzelbewerbe.

Nach der für Noah mit einer Bronzemedaille recht erfolgreichen Staatsmeisterschaft im Turnierschach, die im Juni ebenfalls in St. Veit/Glan stattgefunden hat, gingen wir diesmal einigermaßen routiniert an die Sache heran. Das Hotel, die Blumenhalle als Turniersaal und der Lieblingsitaliener in unmittelbarer Nähe waren uns bereits vertraut und wir ließen den Anreisetag mit Pizza am Zimmer ausklingen.

Der Mannschaftsbewerb der Bundesländer mit jeweils 8 Teilnehmern war ein schöner Einstieg in die Veranstaltung, war aber durch Noahs Einsatz auf Brett 5 doch eine große Herausforderung für ihn. Mit 5 Punkten aus 7 Partien konnte er aber einen soliden Beitrag zum 4. Platz der Oberösterreicher leisten.

Am Freitag stand dann die Schnellschach-Staatsmeisterschaft auf dem Programm. Noah hatte Respekt vor dem starken Teilnehmerfeld, setzte sich aber dennoch einen Platz unter den ersten 3 als Ziel. Nach einem sehr gelungenen Start mit 3 Siegen in Folge traf er in der vierten Runde auf den Turnierschach-Staatsmeister und ELO-stärksten Spieler der U10. Höchst konzentriert glückte ein weiterer Sieg. Noah war nun nicht mehr zu stoppen. Bereits vor der letzten Partie war der Staatsmeistertitel gesichert. Mit 1,5 Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten beendete Noah schließlich souverän den Bewerb.

Im Schnellschachbewerb der Mädchen glückte Stella Haslinger nicht alles ganz nach Wunsch. Die Konkurrenz ist bei solchen Bewerben natürlich stark, dennoch spiegelt die für sie etwas enttäuschende Endplatzierung nicht ihr Können wider. In der Valentiner Nachwuchs-Chatgruppe gabs als Reaktion gleich aufmunternde und mutmachende Worte für den kommenden Blitzbewerb.

Nach dem großen Erfolg für Noah beim Schnellschach gab es am letzten Spieltag bei der Blitzschach-Staatsmeisterschaft nichts mehr zu verlieren. Er hatte große Freude am Blitzen und nutzte sogar die Pausen für Spaßpartien mit den Gegnern. Auch diesmal lief alles nach Plan und Noah sicherte sich mit 5 Siegen und 2 Remis auch den Staatsmeistertitel im Blitzschach!

 

Die Aufmunterung in der Chatgruppe blieb offenbar nicht ungehört: Auch bei Stella lief es am Sonntag großartig. Sie lief beim Blitzen zu großer Form auf und musste neben ihren sieben Siegen nur eine einzige Niederlage gegen die spätere Siegerin einstecken. Das bedeutet den zweiten Platz und den Vize-Staatsmeistertitel im Blitzschach!

Mit viel neugewonnenem Selbstvertrauen für kommende Bewerbe im Gepäck traten wir die Heimreise an. Unser Dank gilt den Trainern des ASK St. Valentin und dem Landeskader, die diesen Erfolg durch Noahs Förderung in den letzten Monaten erst möglich gemacht haben.

 

Ergebnisse: Mannschaftsbewerb, Rapid BU10, Rapid MU10, Blitz BU10, Blitz MU10

Bericht: Doris Pleimer

Fotos: Florian Mostbauer (Landesverband Oberösterreich)

Bericht Landesverband

2. Bundesliga Mitte: Unglückliche Fortsetzung in St. Veit/Glan

Vom 21. bis 23.10.2022 fand nur drei Wochen nach dem ersten Wochenende schon die nächste Dreierrunde der 2. Bundesliga Mitte statt. Die Hoffnungen an diesem Wochenende waren schon wesentlich höher als die, die wir in Graz hatten: Wir sahen in allen drei Wettkämpfen sehr realistische Chancen auf Punkte.

Runde 4: St. Valentin - Sauwald 3,5:2,5

Sauwald konnte diese Runde wieder mit stärkster Aufstellung antreten. Aus den vielen Wettkämpfen, die wir schon gegeneinander bestreiten durften, war klar, dass es ein sehr knappes Resultat geben wird. Wir spielten an diesem Wochenende mit Andras Flumbort, Florian Sandhöfner, Zoltan Hajnal, Reinhard Heimberger, Harald Casagrande und Andi Eder.

Als Erster war Andi mit Schwarz auf Brett 6 gegen Alois Hellmayr fertig. In einer ausgeglichenen Partie trennten sie sich mit einem gerechten Remis. Auf allen anderen Brettern war richtiges Kampfschach angesagt. Nach meiner Einschätzung hatte Andras gegen Schmidt auf Brett 1 Raum- und vielleicht Stellungsvorteil. Florian musste auf Brett 2 gegen Testor in etwas schlechterer Stellung um den Ausgleich kämpfen. Zoltan war auf Brett 3 gegen Renner für mich unklar, doch hoffte ich darauf, dass Zoltan sein Angriffsschach durchbringen kann. 

Gute Laune auf Brett 5 - Harry Casagrande
Gute Laune auf Brett 5 - Harry Casagrande

Selbst sah ich mich auf Brett 4 gegen Wisnet zu Beginn des Mittelspiels einigermaßen im Ausgleich. Allerdings hatte ich eine vorteilhafte Fortsetzung für meinen Gegner nicht gesehen, glücklicherweise aber auch mein Gegner nicht. Bei Harrys Partie gegen Didi Hiermann dachte ich nach der Eröffnung doch Vorteile für uns zu sehen. Das dürfte zu diesem Zeitpunkt auch noch richtig gewesen sein. Schlussendlich übersah Harry zum Glück nicht den Zeitpunkt, an dem er in Zeitnot noch ein Remisangebot machen konnte. Nach der Zeitkontrolle wäre es sicher zu spät gewesen, denn Hiermann hätte wohl realistische Gewinnversuche unternehmen können. 

Als nächster konnte Zoltan in einer unklaren Partie einen ganzen Punkt gegen Renner beisteuern. Den Abstand hatte Andras noch vergrößern können, auch wenn er eine lange Zeit sehr gut gespielte Partie fast noch aus der Hand gegeben hätte. Am zweiten Brett nützten Florian alle seine Verteidigungsideen nichts mehr. Das Turmendspiel ging verloren. 

Somit musste Reinhard das Endspiel, dass zu diesem Zeitpunkt komplett ausgeglichen war, nur noch halten. Das gelang ihm auch.

Unterm Strich schafften wir also einen 3,5:2,5-Sieg. So durfte das Wochenende weitergehen, hofften wir zumindest.

Runde 5: Feffernitz 2 - St. Valentin

Feffernitz trat mit der nahezu bestmöglichen Aufstellung gegen uns an. Auf fünf Brettern waren wir zum Teil doch beträchtlich im Elo-Nachteil. Aber bekanntlich gewinnen Elos keine Partien.

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2. Landesliga, 2. Runde: St.Valentin - Ottensheim

In der 2. Runde der 2. Landesliga Ost bekam es unsere zweite Mannschaft mit dem Team aus Ottensheim zu tun. Wir traten in veränderter Aufstellung an: Erwin Rumpl und Erich Binder spielten auf Brett 1 bzw. 4 und  ersetzten die verhinderten Peter Kranzl und Klaus Theuretzbacher. Auf Brett 2 spielte Hans Weilguni, auf 3 versuchte ich mein Glück, auf den Bretter 5 und 6 spielten Martin Koch und Natalia Stiefelbauer.

Ottensheim musste ohne ihren stärksten Spieler Florian Sandhöfner auskommen, der in diesem Team als Gastspieler aktiv ist, aber an diesem Wochenende für unseren Verein in der 2. Bundesliga spielte. Ja, die Schachwelt ist klein.

Das Match begann sehr verheißungsvoll, denn Erwin hatte auf dem ersten Brett einen Blitzstart hingelegt. Sein Gegner übersah schon bald in der Caro-Kann-Verteidigung eine Finte. Nach wenigen weiteren Zügen hatte Erwin schon einen Turm einkassiert, und Schwarz musste schon nach kurzer Zeit die Segel streichen - 1:0!

Auf dem dritten Brett eröffnete Walter Stadler zu unorthodox, verzichtete halb erzwungen auf die Rochade und stand schon nach wenigen Zügen gegen mich bedenklich. Sein König war im Zentrum steckengeblieben. Ein "Beruhigungsbauernopfer" ließ ihn aber vorerst entschlüpfen. Gerade als es so aussah, als könnte Walter sich mit dem Minusbauern aus der Affäre ziehen retten, übersah er einen taktischen Gag und gab auf.

Martin Koch
Martin Koch

Zu diesem Zeitpunkt wurden auf den hinteren Brettern schon eifrig Remisverhandlungen geführt. Martin hatte auf dem Fünften gegen Wolfgang Gratt mit Weiß etwas Vorteil aus der Eröffnung erspielen können. Die beiden schienen sich jeden Zug gut überlegt zu haben. Das verriet ein Blick auf die Schachuhr. Ganz zufrieden dürfte Martin allerdings mit seiner Position nicht gewesen sein. 

 

Daneben spielte Natalia mit Schwarz gegen Hans Wiesinger. Die beiden spielten flott eine bekannte Variante der Spanischen Partie. Schwarz hatte in dieser keine Probleme, das Gleichgewicht zu halten. Das Unentschieden kam wie am Nebenbrett etwas früh, war aber "stellungsgerecht".

Auf dem vierten Brett hatte Erich ebenfalls Schwarz und versucht, Anton Pleimer mit einer anrüchig aussehenden Eröffnung aufs Glatteis zu führen. Doch sein Gegner hatte weniger Probleme als er selbst, auch wenn Erichs Stellung zwischenzeitlich nicht übel aussah. Nach einem Scharmützel hatte er aber einige Löcher am Königsflügel, die ihm das Leben schwer machten. Tatsächlich konnte Weiß leider seinen Vorteil in einen vollen Punkt ummünzen.

Hans Weilguni siegte in der längsten Partie des Matches gegen Ottensheim
Hans Weilguni siegte in der längsten Partie des Matches gegen Ottensheim

Hartnäckig wurde auf dem zweiten Brett um Vorteile gerungen. Hans spielte gegen Andi Stallmann die Russische Verteidigung, worauf Andi eine Modevariante wählte, die ihm einen Doppelbauern, aber als Kompensation dafür eine aktive Stellung einbrachte. Er konnte daraus aber nicht profitieren. Im Gegenteil: Nach einigen weiteren Manövern musste er eine zweite Bauernverdoppelung hinnehmen. Gegen Hans, der mit viel Geduld solche Schwächen zu nutzen weiß, verheißt das nichts Gutes. Der verwertete schließlich mit genauem Spiel nach gut vier Stunden Spielzeit diesen Vorteil zum vollen Punkt. 

Am Ende steht also ein verdienter 4:2-Sieg. Zwischenzeitlich konnten wir auch auf einen höheren Sieg hoffen, doch das Glück ist ein Vogerl und war diesmal nicht ganz auf unserer Seite. Die Saison ist aber lang, und es kommen noch einige Matches, in denen wir es dringender brauchen werden.

 

Ergebnisse

Bericht: Joachim Dornauer

Foto: Peter Kranzl

Schülerliga-Auftakt: Wieder tolle Erfolge vom St. Valentiner Nachwuchs

Bei den Schülerliga-Turnieren in den letzten Jahren zeigte unser Schachnachwuchs regelmäßig mit ausgezeichneten Ergebnissen, was in ihm steckt. Die sehr gute Nachricht: Auch zu Beginn der neuen Saison begann diese Turnierserie aus Valentiner Sicht dort, wo die letzte aufgehört hatte. 

1. Schülerliga-Turnier in Zwettl an der Rodl

Beim ersten Schülerliga-Turnier in Zwettl an der Rodl waren wir in den vier Altersklassen mit insgesamt acht Kindern vertreten. In der U8 konnten wir mit Tymur Donets den Turniersieger stellen. Noch besser lief es bei der U10, wo mit Noah Pleimer und Alina Donets gar ein Doppelsieg gelang. Auch in der U12 schaffte es ein Spieler von uns unter die ersten 3: Valerij Donets konnte diesen ergattern. Dahinter gelangen Thomas Kim und Joachim Stiefelbauer die Sprünge aufs Treppchen durch unglückliche Schlussrunden nur knapp nicht.

Trainer Reinhard Heimberger, Joachim Stiefelbauer, Thomas Kim, Kilian Ullmann, Noah Pleimer, Alina Donets, Stella Haslinger, Tymur Donets und Valerij Donets (von links nach rechts)
Trainer Reinhard Heimberger, Joachim Stiefelbauer, Thomas Kim, Kilian Ullmann, Noah Pleimer, Alina Donets, Stella Haslinger, Tymur Donets und Valerij Donets (von links nach rechts)
Endstand U8
Endstand U8
Endstand U10
Endstand U10
Endstand U12
Endstand U12

2. Schülerliga-Turnier in Bad Leonfelden

Noch besser lief es beim zweiten Turnier am 15.10. in Bad Leonfelden wo wir mit insgesamt 11 Kindern teilgenommen haben. In der U8 siegte wiederum Tymur Donets. Dazu gelang es Tony Pollak auch noch, den ausgezeichneten dritten Platz zu belegen. Die U10 gewann wiederum überlegen Noah Pleimer. Stella Haslinger konnte noch vor Alina Donets den dritten Platz erreichen.

Dieses Mal konnten wir auch in der U12 mit Valerij Donets den Turniersieger stellen. Der schöne dritte Platz für Thomas Kim gefolgt von Joachim Stiefelbauer komplettierte das herausragende Ergebnis.

Endstand U8
Endstand U8
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