Kreisliga, 11.Runde: Urfahr - St. Valentin 3,5:2,5

Die letzte Runde der heurigen Meisterschaft brachte uns mit Urfahr einen starken Gegner zum Abschluss. Da wir bereits fix als Meister feststanden, war es sinnvoll, dass Thomas und Noah die Landesligamannschaft verstärkten. Dadurch gingen wir in dieser Runde eher als Außenseiter ins Rennen.

Brett 1: Simon Fellmayr - Reinhard Heimberger ½:½

Leider keine besonders gelungene Partie – freundlich formuliert. Obwohl es viel zu berechnen gab, war die Genauigkeit laut Computeranalyse ernüchternd: unter 80 %, mit teils extremen Bewertungsschwankungen, die eher an ein EKG erinnert (von +8 auf -2 usw.).

Die Kampfpartie endete schließlich in einer dreifachen Stellungswiederholung, die ich während der Partie auch nicht erkannt habe. Allerdings war die Stellung zu diesem Zeitpunkt trotz Mehrqualität bereits ziemlich ausgeglichen.

Brett 2: Tony Pollak - Reinhard Brandstetter 1:0

Großartig gespielt. Tony zeigt von Beginn an klare Gewinnambitionen und startet sofort mit den g- und h-Bauern einen Angriff auf die schwarze Königsstellung. Mit einer schönen taktischen Kombination gewinnt er einen Bauern am Damenflügel.

Die Stellung wirkt danach allerdings chaotisch: geschwächte Bauernstruktur am Damenflügel, der König in der Mitte – dafür aber ein gefährlicher Freibauer auf der a-Linie. Tony spielt jedoch stets sehr umsichtig, gerät nicht in Gefahr und entscheidet die Partie schließlich mit einer weiteren Taktik, die ihm eine Figur und damit den Sieg einbringt.

Brett 3: Mathias Reichhör – Simon Schatzl ½:½

Ein ungefährdetes Remis. Von der Partie selbst habe ich wenig gesehen, da sie bereits zu Beginn des Mittelspiels nach einem Remisangebot von Mathias friedlich beendet wurde. Absolut in Ordnung da der Gegner höhere Elozahl hatte und zudem noch die weißen Steine.

Brett 4: Alina Donets – Paul Martin Neckham ½:½

In der Französischen Verteidigung wurden früh die bekannten Pfade verlassen. Alinas b2-Bauer ging verloren, dafür erhielt sie Kompensation. In weiterer Folge wurden noch ein, vielleicht sogar zwei weitere Bauern geopfert – mit dem Ziel, den schwarzen König im Zentrum festzuhalten.

Als Zuschauer konnte man den Eindruck gewinnen, dass beinahe jeder Bauer geopfert wurde, der eine Linie blockierte – vielleicht leicht übertrieben, aber die Partie war definitiv dynamisch. Bevor die Partie ins Endspiel überging, hat Alina dann zwei Bauern zurückgeholt und in ein Läuferendspiel mit Minusbauern abgewickelt. Remis – Nerven abkühlen und auf die eigene Partie konzentrieren.

Brett 5: Andreas Gangl – Matthias Prenn 1:0

Debüt für Matthias in der Kreisliga – und durchaus mit Chancen auf ein erfolgreiches Ergebnis. Die Partie verlief lange Zeit ausgeglichen, mit zügigem Figurentausch auf beiden Seiten. Möglicherweise wäre es besser gewesen, der Bauernstruktur mehr Aufmerksamkeit zu schenken, doch entscheidend war letztlich ein Versehen, das zu einem Qualitätsverlust führte. Danach war die Partie nicht mehr zu halten.

Brett 6: Stella Haslinger – Markus Brandstetter 0:1

Sehr schade. Mein Eindruck war, dass Stella die Angriffsbemühungen von Markus lange Zeit gut unter Kontrolle hatte. Ein Figurenopfer lehnte sie korrekt ab und konnte dabei sogar einen Bauern gewinnen.

Im weiteren Verlauf ging jedoch eine Qualität verloren – allerdings mit gewisser Kompensation. Die Stellung blieb spannend und durchaus spielbar, doch leider wurde die Partie aus meiner Sicht etwas zu früh aufgegeben.

Auch wenn die Ergebnisse aktuell nicht passen, sind die Partien in Ordnung da sie meist bedeutend weniger Elopunkte hatte. Ein Blick auf Tonys Entwicklung zeigt, wie schnell es wieder bergauf gehen kann.

Fazit

Eine unnötige Niederlage, die jedoch nicht allzu schmerzt. Besonders Tonys Partie war ein echtes Highlight und macht Lust auf mehr.

Als Nächstes stehen für viele die Jugendstaatsmeisterschaften an, und für Alina möglicherweise sogar der Mitropacup vom 2. bis 10. Mai in St. Veit.

Endstand

Bericht: Reinhard Heimberger