Die Runden 6 bis 8 führten uns vom 6. bis 8. März an den Wörthersee nach Krumpendorf. Eine Schachreise zwischen Sonnenschein, Blackout, magischen Fingern und einem Zirkus stand bevor. Mit Platz 5 war unsere Ausgangslage sehr gut. Zwei bis drei Mannschaftspunkte sollten es idealerweise schon werden, um die letzten drei Runden in Graz ohne große Sorgen in Angriff nehmen zu können.
6.Runde: St. Valentin 1 – Feffernitz 2 2,5:3,5
Am ersten Tag wartete mit Feffernitz 2 jener Gegner, der uns im Vorjahr aus unseren zarten Aufstiegsträumen gerissen hatte. Auch heuer war klar: Das wird schwer. Feffernitz steckt im Abstiegskampf, und in dieser Liga kann tatsächlich fast jeder jeden schlagen.
Brett 1: Gonda Laszlo – Schreiner Peter 1:0
Laszlos Partien verlaufen oft nach ähnlichem Muster – so auch diesmal. Eine ausgeglichene Eröffnung, in der langsam Druck aufgebaut wird. Peter versuchte mit einem ambitionierten Zug selbst Initiative zu entwickeln, worauf sich Laszlo zunächst etwas zurückziehen musste. Beim nächsten Blick auf die Stellung hatte Laszlo jedoch eine Qualität mehr und zudem einen gefährlichen Freibauern. Ein Hoffnungsschimmer - der Ausgleich zum 2,5:2,5 war geschafft – vielleicht geht sich ja doch noch etwas aus.
Brett 2: Diermair Andreas – Postlmayer Jakob 1:0
Oft sicherte Jakob uns in den letzten Runden wichtige Mannschaftspunkte – diesmal leider nicht. Die Vorbereitung passte gut, die Stellung war lange ausgeglichen. Ehrlich gesagt hatte ich im Mittelspiel innerlich schon ein Remis notiert, obwohl Weiß das Läuferpaar besaß. Doch dann übersah Jakob eine taktische Wendung und musste einen Springer auf Kosten eines Bauern retten. Andreas verwertete den Vorteil souverän – damit war die Niederlage besiegelt.
Brett 3: Sandhöfner Florian – Urh Zala 0:1
Eigentlich eine typische Flo-Partie: Mehrbauer, dafür Gegenspiel des Gegners am Königsflügel – Flo überlebt das und gewinnt. So dachte ich zumindest. Auch wegen der enormen Zeitnotprobleme von Zala war ich hier optimistisch. Doch es kam anders als erhofft und Flo übersah eine Taktik, verlor dabei eine Figur – und damit auch die Partie.
Brett 4: Höfelsauer Thomas – Hellmayr Alois ½:½
Alois verwechselte in der Eröffnung die Züge und stand bald sehr viel anders als vorbereitet. Ein Bauer ging verloren und auch eine Kompensation konnte ich nicht wirklich erkennen, die Aussichten im Endspiel waren daher nicht rosig. Doch Alois kämpfte sich zurück, holte den Bauern zurück und ich hatte danach sogar kurz das Gefühl, dass zarte Gewinnchancen entstehen könnten. Das am Schluss erkämpfte Remis ist aber aller Ehren wert.
Brett 5: Heimberger Reinhard – Lauda Alexandr 1:0
Ich lege mir vor Partien gerne einen Plan zurecht – nur um ihn nach wenigen Zügen zu verwerfen und kurz darauf zu bereuen. Also hieß es: weiterkämpfen und verteidigen. Mein Gegner erzeugte Druck auf meine schwächelnden b-Bauern, doch oft reicht eine einzelne Schwäche nicht zum Sieg. Im dann endlich ausgeglichenen Endspiel überspannte Schwarz schließlich den Bogen. Plötzlich hatte ich zwei Mehrbauern, die nur noch verwertet werden mussten.
Brett 6: Mihelic Vesna – Kranzl Peter 1:0
Die Eröffnung war in Ordnung, auch der Übergang ins Mittelspiel ließ hoffen. Doch wie schon in der letzten Landesligapartie verschlechterte sich die Stellung zunehmend. Ein paar unglückliche Züge, ein Turm auf Abwegen auf der a-Linie und ein aus der Rochade getriebener König – die Lage wurde kritisch. Ich dachte noch, es wird ein harter Kampf, da gab Peter auf – zurecht, wie sich zeigte
Fazit
Knapp verloren. Ein Mannschaftspunkt wäre wohl aber etwas glücklich gewesen. Trotz der Niederlage verbesserten wir uns um einen Platz und liegen nun auf Rang 4. Am Samstag wartet mit St. Veit 2 bereits der nächste Gegner – ich erwarte erneut ein ausgeglichenes Match vielleicht mit kleinem Vorteil und hoffentlich mit etwas Zählbarem für uns.
7.Runde: St. Veit/Glan 2 – St. Valentin 1 2,5:3,5
Wie erwartet verstärkte sich St. Veit und trat auf Brett 3 mit Durakovic an. Bei uns kamen Lukas und Thomas neu ins Team. Es sollte ein spannender Tag werden – und es sollte ein Tag bleiben der in Erinnerung bleiben wird. Ab der Halbzeit gesellte sich leise musikalische Untermalung vom Zirkus Dimitri dazu, der direkt neben den Festsälen Krumpendorf sein Zelt aufgeschlagen hatte. Entgegen aller Befürchtungen war es aber nicht störend.
Brett 1: Schachinger Mario – Gonda Laszlo 0:1
Schwer einzuschätzen. In ruhiger Stellung schien Mario leichte Initiative zu haben, da Turm und Dame auf der sechsten Reihe Druck machten. Eine Zugwiederholung lag in der Luft. Doch Laszlo fand den Weg, die Dame vom Königs- auf den Damenflügel zu transferieren und nutzte dort die schwächere weiße Königsstellung eindrucksvoll aus. Ein wichtiger Punkt – und letztlich auch der, der uns den Mannschaftssieg brachte.
Brett 2: Postlmayer Jakob – Rogic Davor 1:0
Einmal mehr beeindruckend, wie leicht Schach aussehen kann. Jakob verbesserte Schritt für Schritt seine Stellung, während Davor zunehmend in Probleme geriet. Davor versuchte Gegenspiel zu bekommen und schwächte seinen Königsflügel. Der Damenflügel war bereits gelähmt und so reichten noch eine taktische Feinheit – und der Punkt war souverän eingefahren.
Brett 3: Durakovic Alman – Sandhöfner Florian 1:0
Noch nicht Flos Wochenende. Die Stellung gefiel mir bereits früh nicht besonders. Vielleicht überraschte ihn die Umstellung von St. Veit. Eine Taktik gegen den Springer auf h5 kostete den Bauern auf h6 und öffnete die Königsstellung. Danach war rasch Schluss und wir mussten dem 0:1 nachlaufen.
Brett 4: Breneis Lukas – Kaspret Guido 0:1
Drama pur. Lukas opferte in der Eröffnung einen Bauern – das macht mich nervös. Nicht aber ihn. Zielstrebig attackierte er Guidos Stellung. Qualitätsgewinn gegen zwei Bauern war das Resultat. Ein Bauer hätte sofort zurückgewonnen werden können – wohl der einfachere Weg den Vorteil zu vergrößern und das Gegenspiel von Guido zu unterbinden. Stattdessen entschied sich Lukas für zwei Leichtfiguren gegen den Turm, was nur Ausgleich bedeutete. Der Plan den schwarze König matt zu setzten war dann auch nicht der beste, und so entschieden letztlich die schwarzen Bauern das Spiel – sehr schade.
Brett 5: Katter Katharina – Hellmayr Alois ½:½
Das einzige Remis des Wettkampfs. Alois erreichte rasch in der vorbereiteten Eröffnung Ausgleich. Vielleicht wäre auch mehr möglich gewesen, doch angesichts der Stellungen auf den Nebenbrettern war der halbe Punkt wichtig. Und er sollte tatsächlich der einzige halbe Punkt gegen eine Frau an diesem Wochenende bleiben. Die „schlechten“ Erfahrungen von Flo und Peter gegen Zala und Vesna machen vorsichtig.
Brett 6: Kim Thomas – Guetz Wolfgang 1:0
Wichtig war der schnelle Ausgleich zum 1,5:1,5. Thomas kam besser aus der Eröffnung, schwächte den schwarzen Königsflügel und der König musste nach f8 weichen und verwehrte so dem Turm die Teilnahme am Spiel. Ganz sicher war ich mir dann dennoch nicht. Doch die Schwächen erwiesen sich tatsächlich als entscheidend – stark gespielt.
Fazit
Ein enorm wichtiger Mannschaftssieg. Weiterhin Platz 4, aber nun mit Polster nach hinten. Da Styria Graz und Grieskirchen verloren, beträgt der Rückstand nach vorne nur zwei Punkte. Fast jeder Wettkampf ist knapp: vier Siege mit 3,5 Punkten, zwei Niederlagen mit 2,5 Punkten und ein 3:3 sprechen eine klare Sprache und bestätigen auch meine Aussage von oben.
Zwischen den Runden
Beim Abendessen wurde es nochmals spannend. Das Blackout bezog sich nicht nur auf manche Züge. Just als wir mit dem Essen beginnen wollten, ging in Krumpendorf der Strom aus. Also Kerzenlicht-Dinner mit Peter, Jakob, Alois, Luki und Laszlo. Romantik nicht wirklich, aber lustig war’s allemal. Die Stimmung stieg dann noch weiter, als wir von den Heldentaten unserer Kids in der Landesliga hörten. Und dann waren da noch Peters „magische Finger“ an der Klospülung. Sagen wir es so: Gleichzeitig hatte Krumpendorf wieder Strom. Seltsame Dinge geschahen an diesem Abend.
8.Runde: St. Valentin 1 – Admira Villach 4:2
Brett 1: Gonda Laszlo – Smith Bryan ½:½
Anfangs schien Laszlo leichten Vorteil aus der Eröffnung mitgenommen zu haben. Nach frühem Damentausch erwiesen sich die besseren Leichtfiguren jedoch nicht als entscheidend. Das Remis war letztlich logisch – und erneut eine starke Wochenendleistung von Laszlo.Anfangs schien Laszlo leichten Vorteil aus der Eröffnung mitgenommen zu haben. Nach frühem Damentausch erwiesen sich die besseren Leichtfiguren jedoch nicht als entscheidend. Das Remis war letztlich logisch – und erneut eine starke Wochenendleistung von Laszlo.
Brett 2: Bratovic Blaz – Postlmayer Jakob 1:0
Jakobs Achterbahnfahrt ging munter weiter. Ein ungewöhnlicher Rechenfehler durch eine Zugumstellung brachte ihn in eine schwer zu spielende Stellung. Vielleicht noch haltbar, aber schwierig. Die Position verschlechterte sich danach zunehmend und Blaz spielte auch sehr umsichtig. Das 0:1 ist für Jakob sehr ärgerlich, aber für den Wettkampf sollte er am Ende keine Rolle spielen.
Brett 3: Sandhöfner Florian – Riemelmoser Franz 1:0
Wie Phönix aus der Asche meldete sich Flo zurück. Eine enorm wichtige Partie. Optisch stets Vorteil, dann eine ungenaue Verteidigung vom Bauern auf f7 brachte dann auch materiellen Vorteil. In Zeitnot wurde es dann aber extrem chaotisch, schwarze Figuren umzingelten den weißen König – Dame, Turm, Springer und Läufer tanzten um den weißen Monarchen. Doch Flo sicherte sich auch noch einen dritten Mehrbauern und verteidigte danach präzise und holte den Punkt.
Brett 4: Perhinig Robert – Breneis Lukas 0:1
Lange ausgeglichen. Nach Abtausch der Leichtfiguren blieb ein Schwerfigurenendspiel. Ein Remis erschien logisch. Doch Lukas wickelte mit einem Trick in ein Turmendspiel mit Mehrbauern ab. Die a- und b-Bauern marschierten und das ohne gegenüber. Ein kurzzeitig belächelter Gegenangriff des weißen Königs ließ das Lächeln einfrieren – Gespenster der Vortagespartie tauchten auf. doch diesmal behielt Lukas kühlen Kopf und sicherte den Punkt.
Brett 5: Hellmayr Alois – Frank Paul ½:½
Auch hier lange ausgeglichen. Alois stand bequem, aber ohne wirklichen Vorteil. Angesichts des Wettkampfstands überlegte Alois ob er im Endspiel mehr Risiko nehmen muss oder den sicheren halben Punkt nehmen soll. Nach den Erfahrungen zuvor – speziell die im Spiel gegen Grieskirchen - entschied er sich für Sicherheitsvariante und das Endergebnis gab Alois recht. Richtig gemacht.
Brett 6: Burger Clemens – Kim Thomas 0:1
Eine interessante Eröffnung, gut beantwortet von Weiß. Lange war die Partie im Gleichgewicht, dann im Übergang ins Damenendspiel konnte Thomas doch noch entscheidenden Vorteil erreichen. Die weiße Dame schnappte auf b7 einen Bauern, stand danach abseits und konnte seinem König, der auf g4 flüchten musste nicht mehr helfen. Er wurde schließlich auf h3 matt gesetzt. Ein immens wichtiger Punkt.
Fazit
Match gewonnen und Platz 3 in der Tabelle. Der Blick nach hinten ist wie schon im Vorjahr vor den Schlussrunden nicht mehr nötig. Das Saisonziel ist erreicht. Vom 17. – 19. April geht es nach Graz und wer weiß, was mit magischen Fingern, Blackouts und anderen wundersamen Dingen noch alles passieren kann.
Tabelle













