Kreisliga, 9.Runde: Nettingsdorf/Traun - St.Valentin 2,5:3,5

Am 9.3. spielten wir als Tabellenführer gegen die Nummer 2 der Tabelle, also ein Spitzenduell in der Kreisliga. Der Austragungsort war dem aber nicht ganz würdig und es war in dem Keller, in dem wir spielten, kälter als draußen.

Brett 1: Christian Fugger - Noah Pleimer 0:1

Auf Brett 1 durfte ich mit Schwarz gegen Christian Fugger spielen. Er überraschte mich im 10. Zug der Eröffnung, aber er kannte sich wohl auch nicht mehr aus. Danach spielten wir beide ein paar logische Züge,

bis er mit dem e-Bauern bis nach e5 vordrang. Dadurch verbesserten sich seine Aussichten auf einen erfolgreichen Königsangriff, aber er bekam dadurch auch eine Schwäche. Daher versuchte ich, ins Endspiel zu gehen. Das gelang mir auch, aber auch dieses war ausgeglichen. Nach (sehr) viel Hin-und Herziehen konnte ich mit einer kleinen Taktik endlich den nervigen e5-Bauern gewinnen und ausnahmsweise bei der Verwertung nicht alles wieder kaputt machen. In einer für ihn bereits verlorenen Stellung konnte ich schließlich auch noch seinen Springer gewinnen, wonach er aufgab.

Brett 2: Tony Pollak - Peter Freimüller 0:1

Auf Brett 2 spielte Tony mit Weiß gegen Peter Freimüller, der seine Partie wie gewohnt sehr risikolos und solide anlegte. In der Eröffnung passierte eigentlich gar nichts, in einem Abtauschfranzosen stellten die beiden Spieler ihre Figuren fast symmetrisch hin. Ich dachte, dass diese Partie wohl im 114. Zug im Endspiel enden würde, aber Tony
schaffte es, mit einer Majorität am Königsflügel einen gefährlichen Angriff zu starten. Mit einer Dame-Läufer-Batterie nebst vorpreschenden e-und f-Bauern stand er dank starkem Königsangriff bereits klar besser. Er schaffte es, seinen Vorteil weiter zu vergrößern, aber in der Zeitnot machte sich die Routine seines Gegners bemerkbar und er verlor etwas unglücklich. 

Brett 3: Poell Markus – Heimberger Reinhard ½:½

Markus spielt das Londoner System und vermeidet wie Reinhard von Beginn an Komplikationen. Schnell waren auch die Damen getauscht und es war klar, wenn wer gewinnen will dauert es lange. Da die Meisterschaft in der Kreisliga aber so oder so fast entschieden ist, endete die Partie bereits am 10. Zug freundschaftlich. Um es mit Peters Worten auszudrücken – wir bleiben Freunde!

Brett 4: Benjamin Hafiz - Alina Donets 0:1

Auf Brett 4 spielte Alina mit Schwarz gegen Benjamin Hafiz. Ihr Gegner probierte offenbar ein Eröffnungsexperiment (2.b3 gegen Sizilianisch) aus, das allerdings gewaltig in die Hose ging. Die anderen Partien hatten gerade erst begonnen, als Alina bereits den ersten Bauern gewann. Auch danach zeigte sich ihr Gegner weiter spendabel, indem er einen Springer, einen Turm und später noch einen Turm verlor. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er dann Matt gesetzt wurde oder mit ungefähr 15 Punkten Materialdefizit keine Sekunde zu früh das Handtuch warf.

Brett 5: Julian Dilly - Stella Haslinger 1:0

Auf Brett 5 spielte Stella mit Schwarz gegen den nominell klar stärkeren Julian Dilly. Dieser entschied sich für die
Caro-Kann-Abtauschvariante (die gar nicht so langweilig ist, wie sie aussieht). Gemäß dem normalen weißen Plan in solchen Strukturen warf er (fast) alles, was er hatte, Richtung Königsflügel. Zuerst sah es so aus, als ob der Angriff scheitern würde, weil Stella sich gut verteidigte. Schließlich entschied ihr Gegner sich für einen Vormarsch von Harry dem h-Bauern, dem die geschwächte schwarze Königsstellung nicht mehr widerstehen konnte. Dame und weißfeldriger Läufer besiegelten schließlich das Ende des schwarzen Königs.

Brett 6: Simon Schatzl - (Brett nicht besetzt)

Simon imponierte den Gegnern offenbar so sehr, dass sie sich nicht trauten, jemanden gegen ihn ins Feld zu schicken.

Fazit

Ein für meinen Geschmack etwas zu knapper Sieg, aber Sieg ist Sieg und jeder Brettpunkt ist im Meisterschaftsrennen wichtig. Zwei Runden vor Schluss sind wir weiterhin mit 7,5 Brettpunkten Vorsprung auf den
Zweiten Tabellenführer.

Bericht: Noah Pleimer