Mit etwas veränderter Aufstellung ging unser Team in die achte Runde gegen die Gmundner. Harry Casagrande sprang diesmal auf Brett 1 ein, in froher Erwartung seines alten Bekannten. Großmeister Igor Glek spielt seit einiger Zeit regelmäßig für die Traunseestädter. Doch dann die Enttäuschung: Leider, dieses Mal nicht.
Brett 1: Harry Casagrande - Michael Haas ½:½
Auf den klassischen Spuren der Uralteröffnung "Damengambit" erreichte Harry eine vielversprechende Stellung im Übergang ins Mittelspiel. Seine Figuren standen merklich aktiver, der Turm gar auf dem heißersehnten Plätzchen auf der siebten Reihe. Der weiße Druck war unübersehbar. Doch Michael verteidigte sich hartnäckig und konnte schließlich für seine Dame zwei Türme "ertauschen", allerdings noch immer in bedenklicher Stellung. Alleine, Harry fand den Dosenöffner nicht - ein Plus-Remis. Michael checkte nach der Partie die Schlüsselstellung mit der Engine: Der Gewinn für Weiß existierte tatsächlich, war aber für "human Beings" nur schwer zu finden.
Brett 2: Heinrich Rolletschek - Joachim Dornauer 1:0
Heinrich versuchte mich im Sizilianer in den positionellen Schwitzkasten zu nehmen, indem er das Läuferpaar für nachhaltigen Raumvorteil aufgab. Der Nachteil: Seine Stellung war zu statisch.
Schwarz konnte mehr und mehr auf den geschwächten schwarzen Feldern die Initiative übernehmen. In knapp werdender Zeit fand Heinrich einen gewieften Zwischenzug, mit dem er die schwarze Attacke
abwehren und in der Folge einen Mehrbauern erobern konnte. Der schwarze Gegendruck reichte noch immer für das Gleichgewicht. Als ich aber rund um den 70. Zug meinen Turm unglücklich geparkt
hatte, wars um Schwarz geschehen.
Schade. Eine etwas unglückliche, aber glücklicherweise die einzige Niederlage nach interessantem Partieverlauf für unser Team.
Brett 3: Johann Weilguni - Ioan Gheorghes 1:0
Hans lief es heuer bis dato gar nicht gut bis ziemlich schlecht. Und sein Gegner Ioan sprang ihn vielleicht auch deshalb recht aggressiv an, um auf den vollen Punkt loszugehen. Weil jede noch so üble Serie aber einmal zu Ende gehen muss, verteidigte sich Hans zäh, hielt voll dagegen, und prompt rutschte sein Vis-a-vis auf der selbst gelegten schachlichen Bananenschale aus.
Ein wichtiger Sieg nach einer starken Vorstellung!
Brett 4: Elias Altzetmüller - Martin Koch 0:1
Es gibt rabenschwarze Tage, da soll man besser nicht aufstehen. Vielleicht war das so ein Tag für Elias. Er eröffnete die Partie etwas unorthodox und spielte schon sehr früh ein Scheinopfer. Das Problem: Die vermeintlich interessante Kombi hatte ein faustdickes Loch. Elias bekam die Figur nicht wie geplant zurück, weil er sonst die Dame eingebüßt hätte und gab auf der Stelle auf.
Brett 5: Günther Huber - Michael Brandl 1:0
Unser Wödmasta lief wieder ein und machte standesgemäß einen vollen Punkt. Was sonst? Ich kann es nicht nacherzählen, weil ich schlicht zu wenig Zeit hatte, die Partie zu beobachten und Günther etwas untypisch sich nach dem Partieende eilig davonmachte... ;-)
Brett 6: Julian Walch - Michael Aigner ½:½
Michi war diesmal auf eröffnungstechnischen Abwegen unterwegs und wählte Anfangszüge, die ich bei ihm bisher noch nie gesehen hatte. Das Resultat: Eine etwas gedrückte Stellung und Sorgenfalten im Gesicht des guten Freundes. Das logische Druckspiel von Weiß blieb aber aus, die Befreiungsaktion des Schwarzen nicht. Das Seilziehen um die Initiative blieb aber aus - Remis.
Fazit
Mit einem 4:2 kann man natürlich nicht unzufrieden sein. Unsere Mannschaft befindet sich mit Platz 6 weiter gesichert in der oberen Tabellenhälfte. In der nächsten Runde wartet allerdings ein Gastspiel bei Hörsching, dem überlegenen Tabellenführer, auf uns. Da wirds vermutlich weniger Punkte, dafür aber reizvolle Herausforderungen geben.
Fotos: Oliver Kim
Bericht: Joachim Dornauer




