Erster Punktverlust, aber kein Beinbruch
Wie erwartet war der JSV ein richtig starker Gegner. Wir konnten zwar in Bestbesetzung antreten und auch der Pfarrsaal bot perfekte Spielbedingungen – eigentlich war alles angerichtet für einen erfolgreichen Nachmittag. Als ich dann gesehen habe, dass der JSV ohne die Hahn-Brüder antreten musste, dachte ich ehrlich gesagt, dass uns das etwas in die Karten spielen würde. Tja… der Matchverlauf hat ziemlich schnell gezeigt, dass ich mich da getäuscht habe.
Brett 1: Atteneder Martin – Pleimer Noah 0:1
Noah sorgte für den ersten Punkt des Tages. Die Partie begann recht ruhig, mit vielleicht kleinen Vorteilen für ihn. Weiß versuchte nach der Eröffnung am Königsflügel Druck zu machen, vernachlässigte dabei aber seinen Damenflügel. Das nutzte Noah konsequent aus. Noch vor dem 20. Zug war die Partie entschieden, weil ein Figurenverlust für Weiß nicht mehr zu verhindern war.
Brett 2: Kim Thomas – Purgin Dmitriy 1:0
Ich weiß nicht so recht – Thomas ist eigentlich ein kleines Theoriemonster, aber warum steht er mit Weiß so, dass ich nur Fragezeichen habe. Steht er gut, oder hat er zu viele Schwächen, nein ich kenne mich nicht aus. Klar wurde es erst, als Schwarz mit der Dame auf Bauernjagd ging. Der h-Bauer war zwar weg, dafür war am Ende die schwarze Dame gefangen. Ich bin mir sicher, Thomas wird mir am Freitag im Training noch ausführlich erklären, warum das alles so genial war.
Brett 3: Mayer Clemens – Donets Alina 1:0
Clemens übernahm nach der Eröffnung immer mehr das Kommando. Alina kam eigentlich nie richtig dazu, ihr Spiel aufzuziehen, sondern musste ständig Drohungen abwehren. Schritt für Schritt verschlechterte sich ihre Stellung. Einen Minusbauern konnte sie zwar zurückholen, aber der gedeckte Freibauer auf der d-Linie wurde schließlich zum entscheidenden Faktor. Sehr souverän von Clemens gespielt.
Brett 4: Heimberger Reinhard – Glössl Gunter 1:0
Nach der Eröffnung entstand eine ausgeglichene Stellung, wobei sich keiner der beiden Könige wirklich sicher fühlen durfte. Weiß rochierte kurz, Schwarz lang – danach ging es ziemlich schnell zur Sache. Ein Fehler von Schwarz brachte Weiß in Vorteil. Am Ende erwischte es die schwarze Dame, die dasselbe Schicksal erlitt wie zuvor schon jene von Dmitriy.
Brett 5: Haider Jonas – Haslinger Stella 1:0
Zunächst sah alles nach einer klassischen Stella-Partie aus: schneller Figurentausch und ein frühes Endspiel. Allerdings geriet Stella dabei durch eine taktische Wendung in Bauernrückstand und stand zusätzlich schlechter. Um Gegenspiel zu bekommen, opferte sie später auch noch einen zweiten Bauern. Sie kämpfte zwar stark, aber zwei Bauern weniger bei nur je zwei Leichtfiguren am Brett waren am Ende einfach zu viel.
Brett 6: Pollak Tony – Schütz Sarah 0:1
Tony übernahm von Anfang an die Initiative und setzte Sarah am Königsflügel ordentlich unter Druck. Schwarz musste dabei einige Zugeständnisse machen und stand lange ziemlich unangenehm. Tony fand jedoch nicht den entscheidenden Durchbruch, wodurch Sarah auf der c-Linie Gegenspiel bekam. Im Endspiel gewann Tony zwar eine Figur gegen zwei Bauern, allerdings entstanden dabei auf der b und c Linie 2 Freibauern die extrem gefährlich waren. Danach fand Tony leider nicht mehr die richtige Fortsetzung und die Partie ging noch verloren.
Fazit
Ein richtig intensiver Mannschaftskampf – kein Remis, nicht einmal ein Remisangebot habe ich wahrgenommen. Vielleicht haben wir diesmal nicht ganz das Maximum herausgeholt, aber der Vorsprung auf Nettingsdorf/Traun beträgt trotzdem immer noch fünf Zähler. Vier Runden vor Schluss ist das weiterhin eine sehr gute Ausgangsposition. In der nächsten Runde empfangen wir die dritte Mannschaft der Spielgemeinschaft Voest Linz Steg in St. Valentin.
Ergebnisse
Bericht: Reinhard Heimberger
Fotos: Oliver Kim









