Ein großer Schritt Richtung Saisonziel
Da Neuhofen leider mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen hatte, wurde der Wettkampf nur auf vier Brettern ausgetragen und für uns bereits mit 2:0 gestartet. Besonders schade war das für Tymur, für den wir seinen ersten Einsatz in der Kreisliga geplant hatten. Aber keine Sorge – der wird ganz bestimmt noch kommen.
Ein ganz besonderes Duell gab es an Brett 4: Alfons (94 Jahre) gegen Tony (gerade 11 geworden). 83 Jahre Altersunterschied – mir fällt spontan keine andere Sportart ein, in der so etwas möglich ist.
Brett 1: Noah Pleimer - Sebastian Ringer 1:0
Noah erlangt bereits in der Eröffnung Vorteil, und der schwarze König findet in der kurzen Rochade von Beginn an keine Ruhe. Figurenopfer, Königsangriff – das kann schnell gehen.
Denkste. Sebastian verteidigt sich umsichtig, gibt die Figur zurück und verlagert seinen König an den Damenflügel. Alles korrekt, was selbst Noah kaum glauben kann. Vorteil ja – aber wie gewinnen?
Die Lösung: ins Endspiel abwickeln und einen Bauern gewinnen. Richtig, aber auch dort bleibt es nicht trivial, da der schwarze Wanderkönig inzwischen wieder am Königsflügel aktiv wird. Im entstandenen Springerendspiel steht dieser jedoch am falschen Flügel, und gegen die freien b- und c-Bauern ist der Springer letztlich chancenlos. Es hätte mich aber auch nicht gewundert, wenn der schwarze König selbst dort noch hinübergesprintet wäre.
Brett 2: Josef Weinzierl - Reinhard Heimberger 0:1
Auch ich bin einmal mehr sehr zufrieden mit meiner Partie – über 97 % Genauigkeit laut Stockfish, ich konnte es selbst kaum glauben.
Ein Damengambit führt zu einer nahezu symmetrischen Stellung mit offenen c- und d-Linien, und ich stellte mich innerlich schon auf eine lange Partie ein. Doch Weiß wählte eine ambitioniertere Fortsetzung als erwartet. Präzises Rechnen war gefragt, um keinen Zwischenzug zu übersehen: zunächst ein Qualitätsgewinn, anschließend wurde der weiße König nach vorne getrieben. Noch kein Endspiel – und genau das wurde Weiß schnell zum Verhängnis, was er auch bald akzeptierte.
Zufrieden mit der eigenen Leistung konnte ich meine Aufmerksamkeit anschließend Noah und Tony widmen, die noch voll im Kampf standen.
Brett 3: Alina Donets - Andreas Klingelmüller 1:0
Wie gewohnt übernimmt Alina sofort die Initiative und kann aus einer verunglückten schwarzen Eröffnung früh einen Bauern gewinnen. Die Stellung ist zwar unübersichtlich, aber mein Eindruck war durchgehend, dass sie alles unter Kontrolle hatte.
Bald darauf marschierte wieder einmal der g-Bauer nach vorne – dieses Mal werde ich mich nicht beschweren, ich hätte es genauso gespielt. Der Springer auf f6, unterstützt von der Dame auf der a1-h8-Diagonale, sowie der schwarze Bauer auf g6 sorgten für äußerst unangenehme Aussichten für den schwarzen König auf g8, der daraufhin das Handtuch warf. Sehr gut gespielt.
Brett 4: Alfons Ziegler - Tony Pollak 0:1
Ein ganz besonderes Spiel: 94 gegen 11 Jahre, ein Altersunterschied von 83 Jahren, und dennoch ein echtes Kampfspiel. Tony kann gegen Ende der Eröffnung langsam Druck aufbauen und diesen Schritt für Schritt erhöhen. Alfons verteidigt sich jedoch umsichtig und tauscht auf der offenen d-Linie beide Türme. Nach dem anschließenden Damentausch entsteht ein Endspiel, in dem Tony mit einem starken Springer gegen einen schwächeren Läufer im Vorteil ist – allerdings kein Selbstläufer.
Mit Geduld und Konsequenz vergrößert Tony seinen Vorteil, bis sein König schließlich in die gegnerische Stellung eindringt und den Punkt sichert. Chapeau an beide für diese beeindruckende Partie.
Brett 5 und Brett 6 konnten von Neuhofen nicht besetzt werden.
Fazit
Der Vorsprung in der Tabelle ist mittlerweile auf 5,5 Punkte angewachsen. Die Leistungen, die unsere Kinder Runde für Runde abrufen, erfüllen mich mit großem Stolz und lassen mich sehr optimistisch auf die kommenden Aufgaben blicken.
Der nächste Prüfstein wartet bereits: der viertplatzierte JSV Linz in zwei Wochen
Ergebnisse
Fotos: Joachim Dornauer
Bericht: Reinhard Heimberger





