1.Landesliga, 6.Runde: St.Valentin - Frankenburg 5:1

Zum Durchschnaufen nach der Pleite bei Freistadt geht es diesmal wieder gegen ein Team aus der hinteren Tabellenhälfte. Unsere Schachfreunde vom Hausruck sind in Valentin zu Gast. Die Frankenburger haben zwei Ausfälle (Zoister St., Wimmer J.). Aber auch wir müssen immerhin unseren besten Fotografen vorgeben. Dennoch streben wir einen weiteren Mannschaftssieg an.

Die Spielbedingungen sind – wie schon des Öfteren – bescheiden. Im so genannten Frühstücksraum fehlt es an Licht und an Platz, das wird mit einem Zuviel an Geräuschen aus der Küche kompensiert. Nur gut, dass die angesagte Zehrung im Nebenraum sehr ruhig und kurz ausfällt.

Brett 1: Joachim Dornauer – Michael Wimmer 1:0

Schön zu sehen, dass Joachim in offenbar alter Stärke wieder zurück ist. Michael ist heuer bereits der zweite Jungstar, der gegen unseren Captain kein Land sieht. Trotz einer Ungenauigkeit landet Joachim aus einer scharfen Eröffnung heraus in einer chancenreichen Stellung. Die Frage lautet: Wem gelingt es, seinem König ein sicheres Plätzchen zu schaffen? Nachdem sich der weiße Monarch auf h2 hinter drei Bauern (g2, g3, h4) verstecken kann (alles andere als eine übliche Konstellation), soll es dem schwarzen Widerpart an den Kragen gehen. Joachim findet leider nicht den Weg zum raschen Gewinn. Also darf er Michael weiter quälen, bis tief ins Endspiel hinein – dies allerdings souverän. Yes!

Brett 2: Fabian Burrer – Klaus Theuretzbacher 0,5:0,5

Eine „damische“ Partie meinerseits – in Summe mache ich 15 Züge mit meiner etwas exponierten Queen. Schlimmer als im Skandinavier! Dennoch bleibt es stets im dynamischen Gleichgewicht, der weiße Vorteil ist nie allzu groß. Trotzdem kann immer was passieren, wenn man mal nicht aufpasst. Eine aufreibende und äußerst anstrengende Partie. Auch für Fabian ist es schwierig, etwas Zwingendes zu finden. Einmal wäre es dann doch gegangen, mit wenig Zeit auf der Uhr allerdings kaum zu sehen. Es gelingt mir, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und sogar eine Qualität zu gewinnen. Aber auch finde ich den Weg zum Gewinn (wenn es denn überhaupt einen gab) nicht. Also durchschnaufen, Remis anbieten und mit dem halben Punkt zufrieden sein.

Brett 3: Johann Weilguni – Stefan Preundler 0,5:0,5

Hans zieht anfangs wieder einmal sein übliches Druckspiel auf – das schon oft bemühte Klischee des Massagemeisters drängt sich auf. Aber Stefan verteidigt sich geschickt, die Partie verflacht, die weißen Perspektiven lösen sich in Luft auf. Im Endspiel mit gleichfarbigen Läufern verliert Hans dann einen Bauern. Oje, ich ahne Schlimmes. Am Ende darf ich Hans zum Remis gratulieren – hat er doch tatsächlich erfolgreich verhindert, dass Stefans König in seine Stellung eindringt! Gut gekämpft!

Brett 4: Harald Mayr – Horst Müller 0:1

Horst packt seinen – ja, durchaus heimtückischen – Aufbau aus. Da glaubt man, man steht als Weißer deutlich besser, weil man so viel mehr Raum hat, verpritschelt Unmengen an Zeit, um nicht existente Gewinnpläne zu finden. Nur, um dann festzustellen, dass die schwarze Stellung gar nicht so schlecht ist und die Chancen auf Druckspiel beim Schwarzen liegen. Genauso geht es Harri. Er schaltet zwar rechtzeitig auf Verteidigung um. Irgendwann jedoch werden Horsts Drohungen zu stark und die weiße Zeit zur Gegenwehr zu knapp. Horst vollendet sein gelungenes Konterspiel. Stark.

Brett 5: Martin Koch – Franz Zoister 1:0

Martin sitzt etwas versteckt, ich sehe nur wenig von der Partie. Zuerst sein üblicher Aufbau, gefolgt von solidem positionellen Druckspiel. Als dann ein Bauer eingesackt ist, wird ins Endspiel abgewickelt, wo Martin mit seinen zwei Läufern seinen Gegner (Läufer und Springer) keine Chance lässt. Das Nächste, was ich sehe, sind Franz und Martin bei der „Analyse“, einer Nach-„Besprechung“ mit (jetzt erlaubtem) Hilfsmittel …

Brett 6: Raphael Wegerer – Michael Aigner 0:1

Eine Partie ganz nach Michis Geschmack. Von Anfang an scharf und chancenreich – wenn auch nur für ihn! Den ganz einfachen Gewinn verschmäht er noch, sackt lieber Bäuerchen um Bäuerchen ein und spielt das Ganze gemütlich nach Hause. Zwischendurch kommt noch mal eine leise Befürchtung bei mir auf: Er wird doch hoffentlich nicht auf den (gar nicht existenten) Schönheitspreis aus sein und gar seine Stellung überziehen?! Nein, wird er nicht. Diesmal nicht. Gut so.

Fazit

Ein überzeugender und in dieser Höhe nicht erwartbarer Sieg. Der uns – so komisch das klingen mag – gar nicht weiter nach vorne bringt, sondern bloß den 6. Platz absichert. Dennoch großartig.

Damit gehen die Wechselbäder weiter. Auf ein gemütliches Heimspiel gegen einen Abstiegskandidaten folgt stets ein kniffliges Auswärtsspiel bei einem der vorderen Teams: Grieskirchen H, Freistadt A, Frankenburg H und weiter geht’s mit Leonding A, Gmunden H, Hörsching A, Vöcklabruck H und Taufkirchen A. Eine kuriose Auslosung – wer hat sich das denn ausgedacht?!

Ergebnisse

Fotos: Joachim Dornauer

Bericht: Klaus Theuretzbacher