Kreisliga, 5.Runde: Linz Steg/Voest - St.Valentin 0,5:5,5

Mit den Jungen ist nicht gut Kirschen essen

Das musste auch unser Gegner Voest Linz/Steg in der 5. Runde anerkennen. Zum zweiten Mal in dieser Saison durften wir mit unserer Wunschaufstellung in den Wettkampf starten, und zum zweiten Mal lautete die hervorragende Ausbeute 5,5 Punkte.

Brett 1: Harald Grafenhofer - Thomas Kim 0:1

Thomas versuchte von Beginn an, die Initiative an sich zu reißen. Als sich bald nach der Eröffnung die Möglichkeit bot, die Bauernstruktur des Weißen am Damenflügel zu zerstören, nutzte er diese konsequent. Im anschließend entstandenen Endspiel erwies sich genau diese Schwäche als entscheidend, und Thomas sackte den Punkt souverän ein.

Brett 2: Noah Pleimer - Erwin Garn 1:0

Die Eröffnung verlief für Schwarz alles andere als nach Wunsch – das war selbst mir mit meinen bescheidenen Eröffnungskenntnissen rasch klar. Ein Benoni-Aufbau mit langer Rochade war hier wohl etwas zu viel des Guten: passt weder für Weiß, und schon gar nicht für Schwarz. Es ergaben sich zahlreiche Gewinnmöglichkeiten, eine davon nutzte Noah sicher zum Sieg.

Brett 3: Josip Knezevic - Reinhard Heimberger 0:1

Eine gewisse Verunsicherung nach der verunglückten Blitzschach-Mannschaftslandesmeisterschaft war spürbar. Im Turnierschach lässt sich so etwas jedoch deutlich besser kaschieren, und so war der Sieg nie gefährdet. Die beiden Läufer auf b7 und b8, die zielstrebig in Richtung des weißen Königs blickten, brachten gemeinsam mit der Dame die entscheidende Attacke. Diese mündete letztlich in Figurengewinn, auch wenn die Partie danach noch lange nicht beendet war.

Brett 4: Alina Donets - Markus Naegele 1:0

Kurze Info an Alina vor Spielbeginn: Sie hat es mit der elostärksten Gegnerin zu tun. Vorsicht, abwarten? Fehlanzeige. Stattdessen wird die gegnerische Stellung sofort attackiert und bekommt die ersten Dellen verpasst. Zunächst ein Bauer mehr, dann eine Figur mehr, schwupps noch ein Damenopfer – und schon ist der König matt. Wie so oft sorgte Alina als Erste für das 1:0. Danach folgte das laaaange Warten, bis alle anderen fertig waren, warum denken sie immer so lange nach wenn eh alles klar ist?

Brett 5: Rudolf Tober - Tony Pollak 0:1

Wohl der knappste Sieg an diesem Tag, wenn auch keineswegs unverdient. Tony übernimmt im Sizilianer nach der Eröffnung die Initiative und gewinnt im Mittelspiel zwei Bauern. Bei knapp werdender Bedenkzeit übersieht er einen Zwischenzug, der scheinbar eine Figur kostet, bei korrekter Fortsetzung jedoch kein echtes Problem darstellt. Er lässt daraufhin seine Zeit bedrohlich herunterlaufen und entscheidet sich für einen anderen Zug mit für mich unklarer Stellung. Doch genau da unterlief seinem Gegner ein schwerer Fehler, der die Partie sofort zu Tonys Gunsten entschied.

Brett 6: Stella Haslinger - Richard Gebauer ½ : ½

Eigentlich wie schon in den letzten Runden: sehr stabil und für einen Gegner mit 200–300 Elo mehr nahezu nicht zu knacken. Ohne großes Risiko behält Stella stets die Kontrolle über ihre Stellung, lässt keine Schwächen zu, und auch das Endspiel zählt eindeutig zu ihren Stärken. Auch dieses Mal versuchte der Gegner bis ins Königsendspiel hinein alles, doch wie gesagt: alles durchgehend unter Kontrolle - das Remis war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Fazit

Ein auch in dieser Höhe durchaus verdienter Sieg. Abgesehen von Brett 5 war auf den anderen Brettern zu keinem Zeitpunkt ein anderes Ergebnis wirklich in Sicht. Der Vorsprung auf die zweitplatzierten Nettingsdorfer ist mittlerweile auf vier Punkte angewachsen – juhu, so darf es gerne weitergehen. Learning des Tages: Ich muss wirklich immer versuchen, mit genau dieser Aufstellung zu spielen!

Bericht: Reinhard Heimberger