1.Landesliga, 4.Runde: St. Valentin – Grieskirchen 4,5:1,5

Schon wieder ein Heimspiel. Durch den Tausch des Heimrechts mit Sternstein spielen wir zum dritten Mal in vier Runden zuhause. Diesmal ist der Letzte der Tabelle, die zweite Mannschaft von Grieskirchen zu Gast. Keine Frage, ein Sieg muss her, am besten ein hoher. Wir gehen gut aufgestellt zu Werke, mit Peter und Horst hätte es mindestens noch zwei weitere Verstärkungen gegeben.

Brett 1: Erwin Rumpl – Alois Schwabeneder 1:0

Interessante Art, wie Erwin sein Gegenüber unter Druck setzt. Ständig stellt er Drohungen auf, mal hier, mal da. Alois tut sein Möglichstes, um zu bestehen. Im Endspiel mit Türmen und Leichtfiguren ist es dann so weit. Der weiße Druck wird zu groß und Erwin sackt den ganzen Punkt ein.

Brett 2: Hermann Obermayr – Klaus Theuretzbacher ½:½

Ich freue mich, als ich die Grieskirchner Aufstellung höre, denn mit Hermann hab ich eh noch ein Hühnchen zu rupfen. Über ungewöhnliche Anfangszüge gelangen wir in bekannte Stellungsbilder, ich fühle mich wohl. Als Hermann dann mit seinem Läufer im Kreis fährt und so etliche Tempi herschenkt (sechsmal zieht er diesen Läufer in den ersten 16 Zügen!), fühle ich mich provoziert, nach schnellem Vorteil Ausschau zu halten. Das will aber nicht gelingen. Es entstehen interessante Varianten, alles nicht ganz klar. Da ich mich nicht zu 100 Prozent fit fühle, biete ich in völlig ausgeglichener Stellung Remis. Hermann willigt ein. Alles nicht ganz wie erhofft, aber okay. 

Brett 3: Johann Weilguni – Georg Loimayr ½:½

Fast ein Déjà-vu. Wieder steht Hans leicht besser und kann auf Ausbau seines Vorteils hoffen. Jedoch, es bleibt bei der Hoffnung. Irgendwo geht dieser Vorteil flöten. Diesmal ist Hans schlauer als bei seinen letzten Partien. Er besinnt sich, „kleinere Brötchen zu backen“ (O-Ton Hans) und bietet rechtzeitig Remis an. Sein Gegner erkennt zwar, dass mittlerweile eher er voran liegt, stimmt dann aber doch zu. Gut so.

Brett 4: Max Petric – Joachim Dornauer 0:1

Endlich spielt Joachim wieder eine Partie wie aus einem Guss. Von Anfang an ist er klar voran, kann auf beiden Flügeln und im Zentrum Druck machen. Dunkle Gewitterwolken ziehen über der weißen Stellung auf, Black Saturday! Max findet keinen Weg, alle Drohungen abzuwehren, rettet sich immerhin in ein (wenn auch verlorenes) Endspiel. Das dauert dann aber nicht mehr lange, und der lang ersehnte Sieg Joachims ist fixiert. Bravo.

Brett 5: Michael Aigner – Franz Hawelka ½:½

Man kennt das. Da spielt man die ganze Partie auf ein Tor und kann den Sack nicht zumachen. Und am Schluss entschlüpft der Gegner und hat plötzlich seinerseits Chancen, erstmalig in der Partie. Und wenn man dann nicht aufpasst, schaut letztlich gar nix raus. So ungefähr muss sich der Spielfilm aus Michis Sicht darstellen. Überzeugende Eröffnung, einen Bauer einkassiert, weiter Druck mit Angriff auf den in der Mitte gebliebenen schwarzen König, aber halt kein spielentscheidender Vorteil. Je länger das Match dauert, umso ärgerlicher für Michael. Ich bin (im Gegensatz zu ihm) froh, dass er dann die Notbremse zum Remis findet und das erfreuliche 4,5:1,5 abrundet.

Brett 6: Stefan Riegler – Martin Koch 0:1

Das sieht ziemlich souverän aus, wie Martin seinem Gegner erst ein Bäuerchen abknöpft und dann trotzdem weiter Druck macht. Anders als in den vorangegangenen Matches gibt es diesmal keine Wendung um 180 Grad, und Martin steuert wieder einmal einen ganzen Punkt zum Erfolg bei.

Fazit

Ein souveräner Sieg, ohne dass irgendein Valentiner mal an den Rand einer Niederlage kam. Sieht man auch nicht alle Tage. Damit ist der Mittelfeldplatz gefestigt und die nächsten – wohl deutlich kniffligeren – Aufgaben im neuen Jahr dürfen kommen.

Fotos: Peter Kranzl

Bericht: Klaus Theuretzbacher