Jugend-Europameisterschaft in Budva (Montenegro)

Vom 28.10. bis 8.11.2025 fand die Jugend-Europameisterschaft in Budva (Montenegro) statt. Gespielt wurden 9 Runden, und über 1200 Kinder und Jugendliche aus ganz Europa nahmen an der perfekt organisierten Veranstaltung teil. Die österreichische Delegation bestand aus 16 Mädchen, 22 Burschen und 5 Trainern. Vom Schachverein ASK St. Valentin konnten sich fünf Spieler:innen über die Staatsmeisterschaften qualifizieren. Leider musste Ansgar Holzmann absagen, sodass der Verein schließlich mit vier Spieler:innen vertreten war: Tony Pollak (BU10), Alina Donets (MU12) sowie Thomas Kim und Noah Pleimer (beide BU14) – unsere „vier Musketiere“.

Die beste Platzierung erzielte Alina Donets, die einen ausgezeichneten 10. Platz belegte. Hätte sie nicht schon in Runde zwei eine unglückliche Niederlage hinnehmen müssen, wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Mit insgesamt 6 Siegen, 1 Remis und 2 Niederlagen fehlte ihr am Ende lediglich ein halber Punkt auf eine Medaille. Neben der hervorragenden Partievorbereitung, die bei solchen Turnieren unverzichtbar ist, gefiel ihr speziell auch die Freizeitgestaltung mit Fußball sowie das Erkunden der Altstadt Budvas und des Strandes besonders gut.

Alina Donets hat mit ihrem starken 10. Platz bei der Europameisterschaft gut lachen! (Foto: ECU, www.europechess.org)
Alina Donets hat mit ihrem starken 10. Platz bei der Europameisterschaft gut lachen! (Foto: ECU, www.europechess.org)

Tony Pollak startete bereits zum zweiten Mal bei einer Europameisterschaft in der Altersklasse BU10. Zu Beginn fehlte ihm noch etwas Selbstvertrauen, das er jedoch im Laufe des Turniers zurückgewann. Mit 2 Siegen, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen erzielte er solide 4 Punkte.

In der BU14 war der ASK St. Valentin mit Thomas Kim und Noah Pleimer sogar doppelt vertreten. Für Thomas war es die erste EM, während Noah bereits letztes Jahr in Prag dabei war. Beide gehören bereits dem Kader der 2. Bundesliga-Mannschaft an und werden dort wohl bald Stammspieler sein. Bis zur 6. Runde spielten die Freunde Tisch an Tisch, da sie nicht nur fast die gleiche Elowertung haben, sondern auch exakt das gleiche Ergebnis Runde für Runde erreichten. Gegen die absoluten Topspieler ihres Jahrgangs reichte es diesmal allerdings noch nicht ganz, doch mit 5,5 Punkten für Thomas und 5 Punkten für Noah dürfen beide sehr zufrieden sein. Wie anspruchsvoll ein solches Turnier ist, zeigt auch die tägliche Belastung: Partie, Analyse und Vorbereitung beanspruchten bis zu 8 Stunden pro Tag und das bei vollster Konzentration.

 

Besonders hervorzuheben ist das österreichische Trainerteam, das mit großem Engagement für eine hervorragende Vorbereitung sorgte. Insgesamt durfte sich Österreich über zwei Bronzemedaillen freuen: Lukas Dotzer (BU16) und Laurenz Borrmann (BU18) erreichten beide den 3. Platz.

(Reinhard Heimberger)

Bericht von Thomas Pollak

Am Dienstag, den 28. Oktober 2025, gleich nach der Blitz- und Schnellschachstaatsmeisterschaft, reisten Alina, Noah, Thomas und Tony nach Budva, Montenegro um bei der diesjährigen Jugendeuropameisterschaft im Schach teilzunehmen. Für Alina dauerte die Anreise über Dubrovnik mit anschließender 3,5-stündiger Busfahrt leider etwas länger. Die Burschen kamen über die Hauptstadt Podgorica nach Montenegro und trafen bereits am Flughafen weitere Oberösterreicher. Mit entsprechend guter Laune ging es mit dem Bus weiter nach Budva.

Bei der Ankunft im Hotel herrschte etwas mehr Trubel, und es dauerte ein wenig, bis alle Zimmer bezogen werden konnten. Auch wenn wir nicht mehr rechtzeitig zur Eröffnungszeremonie kamen, konnten wir doch das große Feuerwerk bestaunen und einen kleinen Spaziergang bis zum Strand unternehmen.

Am Mittwoch startete der erste Tag nach dem Frühstück gleich mit dem Training in den Gruppen. Da wohl die meisten Spieler im selben Hotel untergebracht waren, war der Andrang zu den Essenszeiten sehr groß. Spielbeginn war immer um 14:00 Uhr, was nicht viel Zeit zum Verdauen ließ, wenn man nicht mit vollgeschlagenem Magen antreten wollte. Für Thomas und Noah war die Anstellschlange zu den Stoßzeiten manchmal gar zu lang.

Vor der ersten Runde wurden natürlich noch ein paar Fotos gemacht, bevor es zum Eingangszelt mit den Metalldetektoren und der Zugangskontrolle ging – ähnlich wie am Flughafen.

Zutritt gab es nur für Spieler mit der Zutrittskarte, welche alle Kinder vom Delegationsleiter erhalten hatten. Somit begann die erste Runde, natürlich mit der üblichen Mischung aus Aufregung und Anspannung. Die Eltern und Begleiter hatten diesmal keinen Zugang zu Beginn der Runden, obwohl wir im Laufe der Zeit dann auch noch Zutrittskarten erhielten – vielleicht lag es an der merkwürdigen Österreich-Flagge?

Die meisten Eltern und Begleiter warteten am kleinen Strandstreifen gegenüber der Spielhalle. Zum Glück spielte auch das Wetter mit – durchschnittlich ca. 19 bis 20 Grad und Sonne. Bestimmt eine der besten Varianten des Wartens. Auch die Altstadt von Budva war nur 10 Minuten zu Fuß entfernt und lud zu Entdeckungsreisen ein. Da ich selbst noch Arbeit im Gepäck hatte, begnügte ich mich mit einer kurzen Joggingrunde am Strand und setzte mich vor den Laptop, bis Tony fertig war.

 Im gleichen Rhythmus schritt das Turnier bis zum Ruhetag fort: Training am Vormittag, nächste Runde am Nachmittag. Der Ansturm beim Mittagessen legte sich nach den ersten Tagen, und alle konnten sich gut auf den Rhythmus einstellen.

Ausgerechnet der Ruhetag sorgte für Abkühlung und Regen. Wir verzichteten daher auf die möglichen Ausflüge (bei Regen). Zwischenstand am Ruhetag ,nach Runde 5: Alina, Thomas und Noah: 3.5 Punkte, Tony mit 2 Punkten.

Für alle, die dann doch noch ein wenig Schach spielen wollten, gab es am Nachmittag ein offenes Blitzturnier. Tony und Thomas nutzten die Chance und nahmen daran teil. Bei diesem Event durften dann auch endlich die Eltern und Begleiter mitkommen und zuschauen. Ich nutzte die Chance, einige Fotos am Schachbrett zu ergattern.

Gleich am nächsten Tag ließ sich wieder die Sonne blicken, und die Temperaturen kletterten wieder auf die gewohnten 20 Grad. Die Pause hatte sich sehr positiv ausgewirkt – die Kinder wirkten enthusiastisch, und so ging es weiter mit Runde 6. Auch wenn nicht jede Runde wie geplant klappte, konnten wir diese Zeit für kleine Wanderungen am Strand entlang nutzen. Man muss ja auch mal den Kopf etwas frei kriegen.

Die Zeit schien wie im Nu zu vergehen. Am letzten Spieltag stand Runde 9 bereits um 13:00 Uhr an, und dementsprechend fingen alle schon früh mit ihren Vorbereitungen an. Der vorverlegte Start war natürlich für die Abschlusszeremonie und Siegerehrung gedacht! Am Ende von Runde 9 standen die Ergebnisse fest: Alina mit 6,5 aus 9 Punkten (10. Platz, punktegleich mit dem 6. Platz), Thomas mit 5,5 Punkte, Noah mit 5 Punkte und Tony mit 4 Punkten.

Erwähnenswert sind auch die großartigen Ergebnisse in der U16 und U18, wo jeweils eine Bronzemedaille für Lukas Dotzer und Laurenz Borrmann erspielt wurde.

Jetzt ist erst einmal Entspannen angesagt, und der Tag klang auch etwas später als sonst aus. Der Abreisetag begann stürmisch und regnerisch, sodass wir zumindest ungestört packen konnten. Beim Warten auf den Bus spielten alle Kinder auf ihren Tablets und Handys – was wohl? Natürlich Schach.

Die Heimreise dauerte noch bis zum späten Abend, aber zuhause ist es auch wieder schön. Obwohl... am nächsten Tag wollte Tony dann doch schon wieder zum nächsten Schachturnier!

 

Es hat uns sehr gut in Montenegro gefallen!

Bericht und Fotos: Thomas Pollak

Für Noah war die EM ein unvergessliches Erlebnis, aber auch eine sehr intensive Zeit.  Die Vorbereitung auf die tägliche Partie durch den sehr engagierten jungen Trainer David Schernthaner, das Spiel selbst sowie die anschließende Analyse hat jeden Tag bis zu 8 Stunden in Anspruch genommen. Trotzdem blieb noch ein bisschen Zeit, die schöne Altstadt von Budva und den Strand zu entdecken. Die Kinder waren mit Begeisterung dabei und konnten viel Erfahrung und neues Wissen mitnehmen. Noah möchte auch im nächsten Jahr unbedingt wieder an der EM teilnehmen und trainiert schon wieder fleißig für die nächste Chance auf eine EM-Qualifikation. 

Bericht und Fotos: Doris Pleimer